Ihr müsst kein Picasso, Klee oder Warhol sein um ein  Kunstwerk zu schaffen. Das Malen erfordert nur etwas Übung und Geduld, genauso wie Schreiben lernen. Malerei ist ideal um eigene Emotionen auszudrücken, zu entspannen oder kahle Wände in der Wohnung aufzupeppen. Die Bilder geben eurem Zu Hause einen künstlerischen touch und viel positive Energie. Werft einen Blick auf meine Welt, in der sich Kunst und Philosophie vereinen. So sieht meine „Bilderwelt” aus…

 

Ich male seitdem ich auf der Welt bin. In meinem Kopf tauchen unzählige Erinnerungen auf. Ich zupfe meinen Vater an seinem karierten Flanelhemd um seine Aufmerksamkeit zu erwecken. „Vati, wie zeichet man ein Pferd?“ Ich zeichne jedes Mal alles ab, denn zeichnen kann ich eh nicht. Es kommt Weihnachten und jedes Familienmitglied bekommt ein eigenes Zeichenporträt. Ich sage es euch, die Karikatur hatte ich schon immer im Blut. Ich gebe aber nicht auf. Später kommt der Kunstunterricht. Ich lerne Kohlestifte und schwarze Tusche kennen. Ich freue mich auf jede einzelne Unterrichtsstunde. Es macht mir wirklich Spaß. Am Weg nach Hause erkläre ich meiner Mutter, dass wir in einem Haushaltsladen anhalten müssen. Ich brauche neue Farben…

 

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Vom Schwarz zur Farbe

Und so zeichne ich mich bis zur Pubertät durch. Hajeeee, die Zeit der Dunkelheit. Trockenes Pastell,  Kohle, schwarze Stifte und Imitationen berühmter Idole. John Lennon, The Beatles, Jim Morrison, Gándhí… Ich habe keine eigene Meinung, ich weiss nicht wer ich bin und was ich will. Auch das ist die Pubertät. Wir suchen und finden. Wir verlieren und gewinnen. Wir lernen Neues kennen, haben viel Spaß und das Leben ist eine riesige Party.

Wir haben aber noch keine Ahnung, dass die größte Bekanntschaft uns jeden Tag im Spiegel anstarrt.

 

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… Und dann… ein paar Jahre später … schaut euch das an! Also doch Farben! Ich bin Erwachsen und heiße die Pop-Art willkommen. Ja, die Pop-Art, die durch Andy Warhol in den 60-er Jahren des 20.-ten Jahrhunderts bekannt wurde. Es waren aber nicht die Suppendosen, nicht die berühmte Marilyn, sondern paradoxerweise die Farben, die mich für diese Kunstart so begeistert haben. Oder vielleicht das Farbendefizit der dunklen Pubertät?

 

Wisst ihr, die Farben haben eine außergewöhnliche Kraft – sie machen die Welt schöner und farbenfroher. Sie beeinflüßen unsere Psyche, Laune und Gesundheit. Ob wir wollen oder nicht, jede Farbe erweckt in uns einige Gefühle und Emotionen. Habt ihr eure Lieblingsfarbe? Na also! Meine ist Türkis. Auch in den Krankenhäusern werden die Wände nicht umsonst grün gestrichen. Die Farben beeinflüßen unsere Laune, sogar auch unseren Appetit. Sie haben größere Bedeutung als wir denken. Mich faszinieren sie, inspirieren mich und fördern meine Kreativität.

Deswegen male ich!

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Habt ihr einen Lieblingsmaler? Oder Lieblingstil? Meine TOP 5 bilden Namen wie Botticelli, Rembrandt, Dálí, Warhol und Monet. Ihr denkt euch sicher, was ist das für eine Mischung? Der erste ist ein Renaissance-Maler namens Boticelli (nicht Bocelli). Normalerweise sprechen mich Werke der alten Rennaissance kaum an, aber seine Bilder haben etwas, was mein Auge sehen und mein Kopf analysieren will. Eines seiner Werke wird auch von Dan Brown in dem von Dantes Göttlicher Komödie inspiriertem Buch Inferno erwähnt. Der zweite ist Rembrandt – ein Barockmaler. Seine Bilder sind einfach atemberaubend. Sie zeichnen sich durch eine solche technische Präzision aus, die es meiner Meinung nach in der Kunstgeschichte noch nicht gab. Mein Liebling Dálí war ein Surrealist, Provokateur, ein Irrer. Nur wenige wissen, dass er auch ein Fotograf, Designer und Dichter war. Warhol – Irre Nr. 2, kontrovers, sexuell, revolutionär. Er machte Kunst aus den Supperdosen. Schafft mal das! Absurd und doch brillant. Monet? Ein Impressionist, dessen Weke die Atmosphäre des Moments einhalten wollen. Einfach genial.

 

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Von Pop-art zum Abstrakten

Aber kehren wir zurück in meine Post-Pubertät. Ich verlasse Pop Art und neige zum Abstrakten. Viele Menschen sehen in abstrakter Art nicht mehr als nur Kratzer. Abstrakte Kunst nehme ich ähnlich wie die Musik auf – mit meinem Herz. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr im Radio plötzlich euer Lieblingslied hört? Es macht euch gute Laune, ihr fängt vielleicht an zu tanzen oder singen. Oder wenn ihr ein Lied hört, bei dem ihr euren ersten Kuss bekommen habt? Genauso fühle ich mich, wenn ich meine Bilder ansehe. Beim Anblick jedes meiner Werke weiss ich genau in welchem Zustand oder bei welcher Angelegenheit ich diese Bilder gemalt habe. Malen ist für mich eine Art meine Gefühle und Emotionen auszudrücken. Die Trauer, Wut oder Freude. Oder mich einfach nur entspannen. Etwa wie eine Hühnerbrühe für die Seele.

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Habt ihr gewusst, dass Salvador Dálí beim Malen seines berühmten Bildes mit der Uhr vom schmelzenden Camembert an der Sonne inspiriert wurde? Wie einfach, oder? Er war ein Genie und gleichzeitig ein Irre. Er war davon überzeugt, dass er die Reinkarnation seines toten Bruders war. Andy Warhol hat angeblich am Ende jedes Monats etwas wie eine Erinnerungsschachtel kreiert, in der er immer eine Erinnerung des Monats aufbewahrt hat. Zum Beispiel ein Stück Kuchen oder ein mumifiziertes Bein. Und dann ist hier noch die umwerfende Frida. Die Frau mit einem schweren Schicksal, das sie dazu gebracht hat, den Trost im Alkohol zu suchen, Kahlo war durch ihre kontroverse Beziehungen zu anderen Frauen und Männern bekannt, auf die ihr Ehemann eifersüchtig war. Sie hatten sogar mal eine Beziehung mit ein und derselben Frau. Sauer wurde sie erst, als sie ihren Ehemann mit ihrer Schwester erwischt hat. Nun, sagen wir mal ganz ehrilch, die Künstler haben oft nicht alle Tassen im Schrank. Ist das aber nicht oft der Grund, warum uns die Kunst immer noch fasziniert?

 

 

Metamorphosis bedeutet Veränderung

Und jetzt zeige ich euch etwas Interessantes, was ich erst in den letzten Tagen bemerkt habe, als ich meine Galerie zusammengestellt habe.

Seht euch diese zwei Bilder an.

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Das Bild Metamorphosis entstand zu der Zeit, als ich ein langes Kapitel meines Lebens beendet habe und eine bestimmte Last losließ. Ich habe zwar gestrebt nach vorne zu schauen, aber die Wunden waren zu tief und frisch. Das Bild  Words ist meines der letzten Bilder. Seht ihr den Unterschied? Keine vorher durchdachte Komposition, keine tieferen Gedanken. Nur TABULA RASA, die Farben und ICH. Von der schweren Last ist nur ein kleiner Teil übrig geblieben. Etwas wie ein Talisman, über dem ihr Bescheid wisst, ihn aber nicht braucht.

 

Es ist faszinierend zu beobachten, wie man durch die Bilder die Stimme ihrer eigenen Seele dolmetschen kann. Die Wahl der Farben ist oft unterbewusst. Durch diese kommunizieren wir mit der Welt. Immer, wenn ich male, fühle ich mich leicht wie eine Feder. All den Balast übertrage ich auf die Leinwand, ich gebe ihm einen Namen und hänge es an den perfekten Platz an die Wand. Das ist meine Autotherapie, mit der ich die kahlen Wände in der Wohnung afgepeppt habe. Versucht es auch!

 

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Zum Schluß verrate ich euch noch etwas. Ich habe mir immer eine eigene Wandgalerie gewünscht. Nun habe ich eine und meinen Freund stören die abstrakten Flecken an den Wänden gar nicht. Ganz im Gegenteil. Er unterstützt meine Leidenschaft. Er erinnert mich daran, dass es wichtig ist, die Zeit für sich selbst zu finden und sich dem zu widmen, was man liebt.

 

So soll es sein!

 

Wisst ihr, was der Van Gogh und Jack Stewart gemeinsam haben? Mehr als ihr denkt. Laut einer Theorie handelt es sich sogar um ein und die selbe Person. Ohne Scherz. Die Tatsache ist, dass er unter psychischen Störungen litt. Schaut euch Pablo Picasso an. Zwei seiner Frauen trieb er in den Wahnsinn, und die anderen zwei haben Selbstmord begangen. Bekannte regelmäßige Besucher der psychiatrischen Klinik waren auch Byron, Edgar Allan Poe, Nietze, Hemingway, Mark Twain und Gogol. Tja, es gibt nur eine sehr dünne Grenze zwischen Genialität und dem Wahnsinn … Wie sehen meine genialen Momente aus? Mehr in meiner Galerie.

 

 

Meine ganze Galerie könnt ihr euch auch HIER anschauen.

 

 

Foto: Lucididit