Tatsache ist, jeder von uns sehnt sich nach einem harmonischen und gemütlichen Zuhause. Dafür sorgen hauptsächlich traditionelle Materialien, warme und neutrale Töne oder unscheinbare Wände. Alles schön und gut, aber für kreative Seelen und Künstler mag es etwas fad sein. Mit einem guten alten Klassiker kann man sicher nichts falsch machen, aber auch keinen Durchbruch. Mir fehlt dabei etwas an Originalität. Und meiner bescheidenen Meinung nach kann man sich mit einfachen Ideen, fröhlichen Motiven und Muster etwas helfen. Nur keine „0815“ Sachen, versteht ihr was ich meine?

 


 

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Ok, sagst ihr euch, aber „Ausgefallenes“ mit anderen Möbelstücken in Einklang zu bringen ist nicht so einfach, wie es zu sein scheint. Ja, da habt ihr Recht. Damit das Ergebnis gut funktioniert, ist viel Intuition und Gespür für Farben, Formen und Design gefragt. ABER, es geht! Alles, was man tun muss, ist ein MOOD BOARD zu erstellen um Muster- und Farbkombinationen auszuprobieren, bevor man sie wirklich in den Raum versetzt. Es wird euch helfen, sich so richtig kreativ auszutoben und euch eine Vorstellung zu verschaffen bevor ihr mit den Änderungen beginnt. Glaubt mir, die Überwindung traditioneller Wahrnehmungen zahlt sich aus.

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Alles beginnt mit der Motivationswand

Mein Zimmerprojekt sah auch nicht anders aus. Das einzig klare waren vom Anfang an die Modalitäten: Das Zimmer wird je nach Bedarf als Kinderzimmer, Arbeitszimmer oder Gästezimmer genutzt. Das erfordert einen Plan, denn man richtet gleich 3 Zimmern auf einmal ein. Deswegen habe ich mich für ein helles (da Arbeitszimmer), zeitloses (da Gästezimmer), dennoch ein spielerisches und kreatives Styling entschieden (da Kinderzimmer).

 

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Die helle Wahl hat sich als Richtig bewiesen, denn es lässt das relativ kleine Zimmer strahlender und größer erscheinen. Das sehe ich als einen großen Pluspunkt. Die gute alte Schwarz-Weiss-Kombination sorgt für einen zeitlosen Eindruck und die Mischung an verschiedenen Texturen und Mustern für etwas Fröhlichkeit und Verspieltheit. Und all das wurde in meinen Plänen geboren, bevor ich mit der eigentlichen Implementierung begann. Deswegen vergessen wir NIE mood board bei der Planung einzubeziehen. Die Motivationswand diente auch als Sprungbrett für meine Auswahl und den Kauf von passenden Accessoires (Plaids, Kissen, Teppich, Dekos…).

 

 

Lasst uns mit dem kreativen Teil beginnen! 

Während ich auf die Lieferung meiner präzise ausgewählten Deko-Artikeln gewartet habe, begann ich mit dem kreativen Part, indem ich einfache kahle weiße Wände etwas aufgepeppt habe. Da ich mich für schwarz-weiße Kissenbezüge in verschiedenen Mustern (Punkte, Streifen…) entschieden habe, beschloss ich diese auch auf die gegenüberliegende Wand anzubringen. Punkte auf der einen Seite, Streifen auf der anderen. Und warum nicht? Lasst uns doch etwas kreativ sein!

 

 

Bei der Realisierung der sog. Punkte-Tapete sollten mir Weinkorken behilflich sein. Die Idee war, sie als Stempeln für kleine Punkte zu nutzen, nachdem ich sie in etwas schwarze Farbe auf dem Schwamm eingetunkt habe. Das Endergebnis war jedoch nicht wie erwartet. Die Punkte waren nicht ganz vollständig (auch wenn das auch was an sich hatte) oder es blieb viel zu viel Farbe an der Wand. Deswegen musste ich jeden einzelnen Punkt mit einem dünnen Pinsel ausbessern.

 

 

Zum Glück bin ich eine Hobby-Malerin und ich liebe Punkte (sehr mildernde Umstände). Natürlich könnte man bessere Alternativen finden – wie z.B. runde Schwämme oder halbierte Kartoffeln, die auch sehr oft zum Stempeln verwendet werden). Die wahrscheinlich einfachste Alternative sind jedoch schwarze Wandaufkleber in Form von Punkten (wall tattoos), die man online kaufen kann und welche im Nachhinein genauso einfach abgezogen werden können.

 

 

Bei der Realisierung der zweiten Wand habe ich ein gutes altes Prägegerät (DYMO) verwendet – eines der am häufigsten verwendeten Werkzeuge in meinem Haushalt. Genauso wie bei der  Verwandlung des Blumentopfs im Scandi Stil, habe ich die Aufkleber direkt mit einem Etikettendrucker (10, 11 – 12 Leerzeichen) geschnitten und sie auf irgendeine Weise an die Wand geklebt, um ein asymmetrisches Muster zu erzeugen. Ich hatte keine Vorlage. Ich habe sie einfach willkürlich und doch systematisch an die Wand geklebt, wie ich es gefühlt habe. Wortwörtlich habe ich eine Art Ordnung im Chaos geschaffen. Es hat keine Stunde gedauert, um die gegenüberliegende Tapete fertig zu stellen. Und das ist das Ergebnis:

 

 

Doch trotz all den Texturen und Mustern hätte etwas gefehlt, wenn wir nicht zumindest eine Farbe ins Spiel bringen würden. Meine Wahl fiel auf Zimtfarbe, die ich in Form von einer Büste und Kissen in das Konzept eingemischt habe, aber hi und da findet man auch einige Accessoires in Schwarz und Olivgrün. Bunte Akzente und Dekorationen geben all dem den letzten Schliff.

 

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Schön Wohnen ist keine Geldangelegenheit!

So und das wär´s! Zimmer-MAKEOVER ohne Möbelumbau – nur mithilfe von Farben und etwas Kreativität. Die ganze Verwandlung wurde an einem einzigen Tag fertig und hat das Budget von 150 Euro nicht übersprungen. Mit diesem Beitrag möchte ich alle ermutigen, die nicht den Mut haben, ihre Kreativität zu entfalten, und die der Meinung sind, dass sie nicht genug Geld für den Umbau haben. Meine Antwort kennt ihr wahrscheinlich schon, nicht wahr?

 

 

Foto: Lucididit