Jeden von uns erwartet es einmal. Für den Einen mag es mehr als genug sein, für den Anderen ist es ein natürlicher oder sogar unvermeidlicher Teil des Lebens. Wir sprechen vom Umzug – einer Herausforderung und Aufregung in einem. Ich habe diesen Prozess mindestens 8 Mal absolviert und weiß immer noch nicht, ob auch zuletzt. Wisst ihr, ich gehöre eher zu der zweiten Gruppe – obwohl ein Umzug zweifellos sehr anstrengend und stressig sein mag, betrachte ich es als einen natürlichen Teil unseres Lebens und eine Chance für neue Anfänge. Denn man weiß ja nie, wohin uns der Wind führt…

 


 

 

Könnt ihr euch noch an meinen letztjährigen Beitrag „Wie man um- und einziehen soll ohne verrückt zu werden?“   erinnern? Ich begann ihn mit den Worten: „… eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus zu haben, ist ein lebenslanges Projekt, mit dem man nie fertig wird. Ein Klischee? Eine Phrase? Ich glaube nicht. Nach einem Jahr dachte ich mir, es würde nicht schaden, eine Fortsetzung des Vorjahres-Beitrag zu publizieren. So in etwa wie bei STAR WARS, wenn man nicht abwarten kann, was kommt, man freut sich auf die Prämiere und dann kehrt man praktisch chronologisch in der Geschichte zurück. Es ist nun fast drei Jahre her seitdem wir die größte Tortur in unserer Lebensgeschichte durchgemacht haben. Wie sehe ich es heute? Verstecken sich hinter dieser (oben genannten) „Phrase“ mehr als nur leere Worte?

 

 

Auf neue Anfänge!

Ohne Zweifel! Es begann mit einer unschuldigen LOVE STORY. Ihr wisst schon, ihr verliebt euch und ohne es zu bemerken steckt ihr bis über die Ohren drin.  Ja, und dann kommt irgendwann die Frage: „Du, wollen wir es  nicht zusammen unter einem Dach probieren?“. Dann wisst ihr, dass es ernst wird. Aber ohne ein Opfer zu bringen ist keine Beziehung möglich.

 

Ich habe ein bisschen mehr geopfert als nur Geld für meine Traumwohnung. Für mich hat sich (fast) die ganze Welt verändert. Eine Jobkündigung, ein Umzug in ein Nachbarland, neue Arbeit, neue Kollegen, neue Freunde, neue Familie … So viele neue Impulse! Ich habe jedoch Monate lang gebraucht, um es wirklich zu realisieren.

Es gab keine Zeit und Platz für Dramen und Emotionen. Ich musste packen, den Autoverkauf abschließen, Dutzende Papiere bzgl. des Hauptwohnsitzwechsels erledigen (Abmelden bei der Sozial-/ und Kranken-/Versicherung, am Steueramt und Anmelden im aktuellen Land), einen grenzüberschreitenden Umzug organisieren… All das hätte etwas reibungsloser sein können, wenn mir damals jemand geholfen hätte.

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  • Da wir uns in diesem Beitrag hauptsächlich auf den Umzug konzentrieren werden, besteht hier wie auch in anderen Bereichen häufig die Gefahr, dass die Profis und Umzugsunternehmen professionell auftreten, aber nicht wirklich eine solide Leistung garantieren können:

 

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Zu dieser Zeit sah meine Realität jedoch so aus: Wenn ich gerade nicht die Pappschachteln füllte, verbrachte ich meine gesamte verbleibende Zeit damit, auf der Website des Innenministeriums der Sozial- und Krankenversicherungsgesellschaft nach meinen Pflichten zu recherchieren, oder bei „Mr. GOOGLE“ nach Antworten zu suchen und eine „TO DO LISTE“ zu schreiben, damit ich vor lauter Pflichten nicht durcheinander komme. Tja, und eure Umzug-Checkliste könnte auch so aussehen.

 

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  • Zum Erstellen von Listen benutze ich seit Jahren WUNDERLIST. Eine weitere App, die euch  das Leben leichter machen wird. Und das NICHT NUR beim Umzug! Ihr könnt eure TO DO Punkte in die Liste eintragen und diese mit eurer besseren Hälfte teilen. Wenn ich z. B. einen oder anderen Punkt erledigt habe, verschwindet dieser auch von der Liste meines Freundes und umgekehrt. Besonders praktisch finde ich sie beim Einkaufen. Wen ich gerade keine Zeit zum Einkaufen habe, kann ich bequem von zu Hause aus alle benötigten Lebensmittel in die freigegebene Liste hinzufügen, während sich meine bessere Hälfte in den Laden begibt. Sobald er diese im Warenkorb hat, markiert er diese als „erledigt“  und ich weiß bevor er nach Hause kommt, was er in der Einkaufstasche hat und auf was ich verzichten muss. Auf dieser Art und Weise kann man auch eine  Reiseliste oder tagtägliche Pflichten teilen. Wer erledigt, der hakt ab. Love it! 

 

 

Weihnachten und eine große Migration!

Aber zurück zum Thema. Auto verkauft, Arbeitsplatz und Wohnung geräumt, in zwei Tagen ist  Weihnachten, ab  in den Umzugswahn! Jedoch nicht in das neue Zuhause (wie die meisten von euch erwartet hätten), sondern in die alte Wohnung meines Freundes (der sich übrigens in dem selben Umzugsstress befand wie ich). Für euch vielleicht eine unerwartete Wendung, für mich (damals) eine bittere Realität.  Könnt ihr es euch überhaupt vorstellen?

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Vorübergehend (es dauerte ungefähr drei Wochen, bis wir die Schlüssel für das neue Nest bekommen haben) waren wir auf das Leben zwischen den Kistenwänden angewiesen. Unser erstes gemeinsames Weihnachten war … ich suche das dem richtigen Wort… untypisch! Von wegen Weihnachtsbaum? Was für Weihnachtsessen? Wir hatten nur einander und hofften, dass nächstes Weihnachten auch „christmas feeling“ kommt und wir endlich ZUHAUSE haben werden.

 

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Sobald wir die Schlüssel von unserer neuen Wohnung in der Hand hatten, konnte ich zum zweiten Mal in einem Monat umziehen (ich kann meine Gefühle auch nach Jahren nicht richtig beschreiben). Aber wenn ihr denkt, wir wären damit durch, dann irrt ihr euch gewaltig. Bevor wir mit  dem Auspacken und Einrichten loslegen konnten, mussten wir unsere alten Wohnungen in den Ursprungs-Zustand bringen Beide!

Dies bedeutete, alle während des Gebrauchs aufgetretenen Mängel zu beheben: beschädigte Türen ersetzen, Löcher an der Wand verspachteln, Wände neu streichen, alle (nicht ursprüngliche) Fliesen abreißen, neue Fußleisten verlegen, den Keller räumen… All das schafft man nicht an einem Wochenende. Und wenn man endlich fertig ist, dann stellt man fest, dass es erst jetzt tatsächlich ernst wird. Jetzt kommt die dritte Wohnung an die Reihe – aber endlich UNSERE!

 

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Gott, wenn mir damals jemand gesagt hätte dass er es für mich erledigen würde, hätte ich keine Sekunde gezögert. Wisst ihr, es hört sich nicht nur nach einem Albtraum an, es war ein Albtraum. Heute würde ich mich wahrscheinlich hinter den Computer setzen und anstatt Zeit in etwas zu investieren, wofür es eigentlich keine Zeit gibt, würde ich lieber eine Gruppe von Fachleuten beauftragen, die es  für mich machen.

 

 

Einziehen und einrichten!

Ich werde es noch einmal wiederholen, aber damals hatte ich niemanden, der mir sagen konnte, wie und wo ich dies oder jenes am Besten machen kann. Wenn ihr bis zu diesem Punkt gekommen seid, dann solltet ihr wissen, dass ich gerade versuche euch das Leben zu erleichtern und helfe eventuelle zukünftige Probleme zu vermeiden. Denn es muss nicht immer Spaß machen. Bis auf die letzte Phase DAS EINRICHTEN.

 

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Ich habe zu diesem Part bereits einige „FUN FACTS“ zusammengefasst. Lest es euch daher unbedingt durch, damit es für euch einen Sinn ergibt. Denn auch die Komplikationen und kleine Katastrophen, über die ich in dem Beitrag schreibe, sind von entscheidender Bedeutung. Man muss dabei aber nicht unbedingt den Verstand verlieren. Bleibt im Fokus. Vergisst nicht, warum ihr das alles tut. Der Transformationsprozess, bei dem buchstäblich jede Ecke unter euren Händen zum Leben erweckt wird und eure Wohnung mit euch zu atmen beginnt, macht aus vier Wänden mehr als nur ein Haus oder eine Wohnung – es entsteht ein Zuhause. Deshalb lohnt es sich die eine oder andere fließende Träne oder blauen Fleck  zu vergessen.

 

Als wir vor ein paar Jahren in eine neue kahle Wohnung eingezogen sind, war unser einziger Wunsch, einmal eine Oase des Friedens zu schaffen, in die wir immer wieder gerne zurückkehren werden. An dem Plan halten wir uns bis jetzt. Wir stecken all unsere kreative Energie und Blut hinein. Wir haben Dutzende von Projekten mit bloßen Händen durchgeführt. Sicherlich könnt ihr euch noch an die Tapete aus alten Büchern erinnern, Designerboden aus Beton, Magnet- und Kreidewände, Bildergalerie, Foto-wand, Bücherregale oder Regal aus Gürteln und Dutzende andere Projekte. Die ganze Sammlung findet ihr HIER.

Und wir sind noch lange nicht fertig. Denn „… eine eigene Wohnung oder Haus zu haben, ist ein lebenlanges Projekt ist, mit dem man nie fertig wird…

 

 

Author: Lucididit